Unter dem Buchstaben G = Gießen finden sich 3 Stationen: die Instrumentensammlung in der Heinrich-Hoffmann-Akademie, ehemalige Universitätssternwarte, das ehemalige Geodätische Institut am Brandplatz und das ehemalige Meridianzeichen am Ortenberg.
Nicht zu vergessen ist der nachgebaute geodätische Messpunkt auf dem Dünsberg.

Bereits seit hunderten von Jahren prägt die Geodäsie das Handeln und Wirken der Menschheit. Noch nie zuvor war sie so allgegenwärtig wie heute. Mit der intensiven Nutzung von Smartphones geht auch die Nutzung von Ortungs- und Navigationsdiensten einher. Dennoch werden die Errungenschaften der Geodätinnen und Geodäten viel zu selten von der Breite der Gesellschaft wahrgenommen.
Mit einem Sonderheft lenkt die DVW-Hessen e.V. den Blick auf sichtbare Objekte in der Landschaft, die Ihnen ggf. bereits bekannt sind, und zeigen den Zusammenhang mit unserer Profession auf. Wenn Sie wieder einmal in Hessen unterwegs sind, haben sie fortan evtl. einen ganz anderen Blick bzw. Bezug zu diesen Orten. Vielleicht wecken wir sogar Ihr Interesse, diese Orte ganz gezielt aufzusuchen.
Die Anfänge der hessischen Geodäsie reichen mehr als 200 Jahre zurück. Als Beginn ist das Jahr 1803 anzusehen, in dem der Gothaer Astronom und Geodät Franz Xaver Freiherr v. Zach ein großräumiges Triangulationsnetz in der Mitte Deutschlands konzipiert hat. In diesem Netz wurden für den Herkules bei Kassel, einem der bekanntesten Bauwerke Deutschlands, Breite und Länge astronomisch bestimmt. Der Herkules ist damit der älteste noch bestehende Dreieckpunkt der hessischen Landvermessung.
Nur ein Jahr später begannen im Großherzogtum Hessen die Kartentriangulationen von Christian Leonhard Philipp Eckhardt, dem später so benannten „Vater der Hessischen Geodäsie“. Sie dienten der Georeferenzierung der militärischen Kartenblätter, die ab 1788 von Johann Heinrich Haas erstellt wurden. Ab 1806 entwickelte Eckhardt gemeinsam mit Ludwig Johann Schleiermacher in Darmstadt die fachlichen Konzeptionen für ein neues Vermessungssystem, das in seinen Grundzügen bis heute Bestand hat – ein genaues Dreiecksnetz als einheitliche geodätische Grundlage für die topografische Landesaufnahme und für das Liegenschaftskataster. In der Folge haben weitere herausragende Persönlichkeiten wie Christian Ludwig Gerling im Kurfürstentum Hessen, Friedrich Wagner im Herzogtum Nassau und Karl Blaß im Großherzogtum bzw. im späteren Voksstaat Hessen äußerst bemerkenswerte Pionierleistungen auf dem Gebiet der Landvermessung vollbracht. Hieran erinnert der DVW Hessen e.V. seit vielen Jahren mit seinen inzwischen sieben Gedenkstätten.
Daneben gibt es in Hessen zahlreiche weitere Orte, zu denen ebenfalls interessante Begebenheiten zur Hessischen Geodäsie berichtet und gezeigt werden können. Hierzu gehören bedeutsame Beobachtungsstationen der Landesvermessung, Astronomie und Satellitengeodäsie, des Weiteren eine der ältesten und traditionsreichsten Produktionsstätten für geodätische Instrumente weltweit sowie Sammlungen historischer Messgeräte, ein Computermuseum, geodätische Ausbildungsstätten und zentrale Dienststellen.
Im Sonderheft werden rund 40 Orte im Zusammenhang vorgestellt, so dass er wie ein „Reiseführer“ zu fachlich angereicherten Exkursionen an Orte von A wie Amöneburg bis Z Zuse-Museum inspiriert. Nebenbei erfahren Sie, welche besonderen geodätischen Leistungen in Hessen in den zurückliegenden Jahrhunderten vollbracht wurden.
Das Sonderheft wird auf der INTERGEO 2025 in Frankfurt / Main vom 7. – 9. Oktober an interessierte Besucherinnen und Besucher verteilt und kann danach sicherlich auch auf Bestellung bezogen werden.
Quelle: DVW Hessen/DVW Thüringen, Mitteilungen, Heft 1/2025, Autoren. Mario Friehl, Riedstadt (Vorsitzender) und Bernhard Heckmann, Niedernhausen (Schriftführer)

